Aufräumen und ausmisten

19.5.2019, Kat. Allgemein

Eine sehr ordentlich eingeräumte Schublade mit Kleidung

Flohmarkt-Apps, die einen direkten Kontakt vom Verkäufer zum Käufer ermöglichen, werden bei Jung und Alt immer beliebter. Jetzt setzen vor allem Senioren vermehrt auf diese Handelsmöglichkeit, um ihre Erinnerungen aus einem langen Leben an den Mann zu bringen.

Smartphone, auf dem die Website "Mercari" geöffnet ist
Copyright: Mercari Inc.

Einst noch als Tabu verschrien, werden solche Angebote für ältere Leute bei Senioren immer besser angenommen. Viele leben allein und müssen ohne die Hilfe ihrer Kinder auskommen. Seminare bieten Hilfe in allen Bereichen des Lebens. Von Erbschaftsfragen bis hin zu Bestattungsangeboten können sich Rentner auf verschiedene Art und Weise weiterbilden.

Flohmarkt-Apps nehmen zu

Solche als Shukatsu bezeichneten Angebote sind aktuell ein beliebtes Schlagwort in Japan geworden. Vor allem Flohmarkt-Apps fürs Smartphone von Firmen wie Mercari oder Yahoo Japan helfen älteren Menschen, ihre Schränke allein auszumisten und Gegenstände, die sie für die letzte Zeit ihres Lebens nicht mehr benötigen, zu verkaufen. Auf diese Weise entlasten sie gleichzeitig ihre Erben, wenn diese kommen müssen, um die Wohnung leerzuräumen.

Online handhaben lernen

Während Senioren in Japan, wie auch in Österreich zunehmend an Seminaren teilnehmen, um zu lernen, moderne Apps zu bedienen, werden sie auch vor möglichen Fallstricken im Online-Handel gewarnt.

Vereine, wie Qualitätszeit helfen älteren Menschen, sich in der digitalen Flohmarktwelt zurechtzufinden. Immer mehr Bildungsinitiativen vernetzen junge und alte Menschen, um voneinander zu lernen.

Eine ältere Dame mit zwei jungen Schülern vor einem Laptop
Copyright: TGM/Naz Kücüktekin

Viele ältere Leute, vor allem Frauen, interessieren sich für Flohmarkt-Apps, weil sie besonders viel Kleidung und jede Menge altes Geschirr haben, das sie selbst bereits geerbt haben. Diese Sachen wollen die Frauen loswerden, solange sie noch selbst dazu in der Lage sind, solche Geschäfte zu tätigen.

Viele Teilnehmer beginnen direkt nach den Seminaren, mit ihrem Smartphone Kleidung und andere Gegenstände, die bisher meist nur noch herumlagen, per Flohmarkt-App online zu verkaufen. Eine besonders geschäftige Seniorin postete 80 Artikel und konnte mit diesen innerhalb von zwei Monaten 1.200 Euro verdienen.

Gestresst in den eigenen vier Wänden

Dass eine vollgestopfte Wohnung zur Belastung werden kann, zeigt etwa eine Studie von Psychologen der DePaul University in Chicago aus dem Jahr 2016. Die Forscher rekrutierten ihre Versuchspersonen über eine gemeinnützige Organisation für Leute, denen ihr Hab und Gut über den Kopf wächst. Sie bestätigten, was viele ahnten: Wer in Unordnung lebt, fühlt sich in seinem Zuhause weniger sicher und geborgen und insgesamt unglücklicher. Die Untersuchung erfasst jedoch vor allem Extremfälle. Die Erkenntnisse lassen sich deshalb nicht zwangsläufig auf Menschen übertragen, die keine Beratungsstelle aufsuchen, merken die Forscher an.

Unordnung macht Appetit auf Süsses

In manchen Fällen beeinflusst Unordnung sogar unser Verhalten. Das demonstrierte der australische Forscher Lenny Vartanian. Er bot Probandinnen einen Teller mit Salz-Crackern, Keksen und Karotten, von denen sie nach Belieben kosten sollten. Manche Teilnehmerinnen fanden die Laborküche dabei sauber und ordentlich vor, andere völlig chaotisch: Da waren Berge aus Küchenpapier aufgetürmt, Becher und Besteck lagen kreuz und quer verstreut.

Die Frauen mussten über ein unangenehmes Ereignis in ihrer Biografie schreiben, worauf sie im Schnitt doppelt so viele Kekse in der Chaos-Küche wie entspannte Versuchsperson aßen. In einer aufgeräumten Umgebung hatte die unangenehme Erinnerung hingegen keinen Einfluss auf den Kekskonsum. Die Kombination aus emotionalem Stress und Unordnung ließ die Frauen bei Süßem also vermehrt zugreifen, schlussfolgern die Autoren.

Der Aufräum-Guru aus Japan

Das Thema Aufräumen ist spätestens seit dem Start der Netflix Serie ‚Aufräumen mit Marie Kondo’ in aller Munde. Raus aus dem Chaos zuhause möchten viele, doch nicht alle schaffen es allein – die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Die Aufräum-Ikone Marie Kondo hilft mit ihrer eigenen Methode: sämtliche Besitztümer auf einen Haufen werfen, jedes Teil einzeln in die Hand nehmen und sich ganz ehrlich fragen: Bringt mir das Freude? Nach ihrem Bestseller »Magic Cleaning« folgte 2019 die Netflix Reality-Serie, in der Kondo bei US-Familien für Ordnung sorgt. Dabei fließen in so mancher Folge Tränen, am Ende gibt sich der Aufräum-Patient geläutert.

Der österreichische Aufräum-Guru kommt aus Wien

Jenen Menschen hilft in Wien Marta Kopka. Sie ist Wiens Aufräumcoach Nummer 1. Die 62-Jährige hat sich 2017 selbstständig gemacht und bringt seither nicht nur Ordnung in die Wohnung, sondern auch in das Leben vieler ihrer Kunden.

Startbildschirm der Website "Aufräumcoach.at"
Copyright: Aufräumcoach.at

Zu Marta Kopka kommen die unterschiedlichsten Kunden: Akademiker, Mutter mit Kindern, gestresste Manager, Menschen, die eine schwere Krankheit hinter sich haben.  Seit 2017 unterstützt sie ihre Kunden mit Ihrem Unternehmen http://www.aufräumcoach-wien.at/ dabei, Ordnung zu schaffen. Kopka bekommt mehr Aufträge, als sie durchführen kann. Deswegen arbeitet sie momentan nur in Wien und sucht sich Menschen mit Schicksalen aus, sagt die Unternehmerin.

Wie funktioniert’s?

Das Vorgehen richte sich immer individuell nach dem Kunden – ob er die ganze Wohnung, den Kasten oder einen Raum zusammenräumen möchte. Der erste Schritt sei immer die Inventur. Danach wird das Objekt komplett aufgeräumt und der Kunde entscheidet, was aufbewahrt werden soll. Es werden Ordnungskategorien festgelegt und der Kunde lernt, zu selektieren. Oft bringe man dadurch nicht nur Ordnung in die Wohnung, sondern auch ins Leben.

Die Freude für das Aufräumen habe sie in ihrem vorherigen Job entdeckt. Kopka war Geschäftsführerin einer Agentur, die Pflegerinnen an Senioren vermittelt hat. Dadurch habe sie hunderte Wohnungen besucht und erlebt, wie Menschen, nicht nur pflegebedürftige, wirklich leben. Gleichzeitig habe sie das Buch von Marie Kondo gelesen und ihre Methode gleich an sich selber ausprobiert.

Marta Kopka hat einen simplen Tipp zum Thema Aufräumen und Ausmisten. Sachen immer dort aufbewahren, wo sie hingehören und sie immer sofort wegzuräumen. Nicht später oder morgen. Die Stunde aufräumen kostet bei Kopka zwischen 29 und 49 Euro. Für einen Nachmittag im Umfang von vier Stunden zahlt man zwischen 90 und 160 Euro.

Ein sehr odentlich eingeräumter Kleiderschrank
Quelle: ordnungsexperte.ch

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Rosa Maria Eglseer: 0676 77 86 511 https://www.ez-akademie.at